Liebe Financial Liner,
das Jahr 2025 war geprägt von erheblichen Veränderungen. Steigende Finanzierungskosten und die wirtschaftliche Lage führten zu einer deutlichen Zunahme von D&O-Fällen, insbesondere im Healthcare-Sektor. Während in Zeiten niedriger Zinsen spekulative Anlagen akzeptiert wurden, sehen sich Vorstände und Berater nun vermehrt mit Haftungsansprüchen konfrontiert. Parallel dazu steigt die Zahl der Verfahren im Bereich Cybersecurity und Datenschutz. Unzureichende Versicherungssummen oder Ausschlüsse in Cyber-Policen führen dazu, dass Unternehmen ihre Schäden zunehmend auch gegenüber D&O-Versicherern geltend machen. Sind Cyber- und D&O-Deckungen bei unterschiedlichen Versicherern platziert, entstehen komplexe Abgrenzungsfragen.
Im Bereich der Berufshaftung zeigt sich ein Trend zu Großschäden. Mandanten fordern schneller Schadenersatz und schrecken nicht vor Klagen in Millionenhöhe zurück. Besonders Großkanzleien, die mittelständische Unternehmen beraten, sind betroffen. Die angespannte wirtschaftliche Lage und eine verschärfte Rechtsprechung verstärken diesen Trend.
Die Gerichte haben die Anforderungen an Sorgfaltspflichten von Geschäftsleitern weiter konkretisiert und die Reichweite der D&O-Deckung geschärft. Der BGH hat im November zur „wissentlichen Pflichtverletzung“ entschieden und eine sorgfältige Prüfung von Haftungsausschlussklauseln eingefordert. Künftig ist mit einer weiteren Haftungsverschärfung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeits- und ESG-Vorgaben zu rechnen.
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Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und freuen uns auf den Austausch im kommenden Jahr.
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Herzliche Grüße
Dr. Florian Weichselgärtner